Alle Zähne neu machen lassen in der Schweiz: was kostet das 2026 wirklich?

Ein kompletter Zahnersatz ist der aufwendigste Eingriff der Implantologie — klinisch wie finanziell. Der Preis hängt von der Anzahl der Implantate, den Materialien der festsitzenden Brücke und vom gewählten Labor ab, und zwei Kostenvoranschläge für denselben Fall können sich um mehrere tausend Franken unterscheiden. Viele Praxen bieten zudem Ratenzahlungen an. Wer weiss, was solche Behandlungen in der Schweiz tatsächlich kosten, geht mit realistischen Erwartungen zum ersten Termin.

Alle Zähne neu machen lassen in der Schweiz: was kostet das 2026 wirklich?

Alle Zähne neu machen lassen: was kostet ein ganzer Kiefer in der Schweiz?

Eine vollständige Zahnrestauration im Sinne von Implantaten für den gesamten Kiefer gehört zu den kostspieligsten zahnmedizinischen Eingriffen überhaupt. In der Schweiz belaufen sich die Kosten für einen vollständig implantatgetragenen Zahnersatz pro Kiefer grob auf 15.000 bis 35.000 Schweizer Franken – je nach Methode, Material, Klinik und Region. Werden beide Kiefer behandelt, können die Gesamtkosten schnell auf 30.000 bis 70.000 CHF oder mehr steigen. Diese Zahlen sind Richtwerte; die tatsächlichen Kosten hängen stark vom individuellen Behandlungsplan ab.

Zu den gängigen Methoden zählen das klassische Einzelimplantat-Verfahren sowie das sogenannte All-on-4- oder All-on-6-Konzept, bei dem der gesamte Zahnbogen auf nur vier bis sechs Implantaten befestigt wird. Letzteres ist in der Regel günstiger als eine vollständige Einzelimplantat-Versorgung und dennoch funktional und ästhetisch hochwertig.

Ober- oder Unterkiefer: was sich im Kostenvoranschlag unterscheidet

Die Kosten für Oberkiefer und Unterkiefer unterscheiden sich aus medizinischen Gründen. Der Oberkiefer weist häufig eine geringere Knochendichte auf, was in vielen Fällen einen Knochenaufbau – ein sogenanntes Sinuslift-Verfahren – notwendig macht. Dieser Eingriff allein kann zwischen 2.000 und 6.000 CHF kosten und treibt den Gesamtpreis für den Oberkiefer entsprechend in die Höhe.

Der Unterkiefer ist anatomisch stabiler und erlaubt in den meisten Fällen eine einfachere Implantation. Dennoch können auch hier vorbereitende Eingriffe wie Knochenaufbau oder Extraktionen anfallen. Im Kostenvoranschlag sollte daher stets zwischen den beiden Kiefern differenziert werden, um realistische Erwartungen zu haben.


Behandlung Anbieter/Klinik (Beispiel) Kostenrahmen (CHF)
All-on-4 Unterkiefer Zahnkliniken in Zürich, Bern, Basel 14.000 – 22.000
All-on-4 Oberkiefer (inkl. Sinuslift) Zahnkliniken in Zürich, Bern, Basel 18.000 – 30.000
All-on-6 pro Kiefer Spezialisierte Implantatzentren CH 20.000 – 35.000
Einzelimplantate (ganzer Kiefer) Diverse Schweizer Zahnarztpraxen 28.000 – 50.000
Zahnrestauration im Ausland (z. B. Ungarn, Portugal) Internationale Zahnkliniken 7.000 – 18.000

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den aktuell verfügbaren Informationen und können sich im Laufe der Zeit ändern. Vor finanziellen Entscheidungen wird eine eigenständige Recherche empfohlen.


Wie viele Implantate braucht ein ganzer Kiefer?

Die Anzahl der benötigten Implantate hängt von der gewählten Versorgungsmethode ab. Beim klassischen Ansatz wird für jeden fehlenden Zahn ein eigenes Implantat gesetzt – das wären theoretisch 14 bis 16 Implantate pro Kiefer. In der Praxis hat sich jedoch das All-on-4-Verfahren als effiziente Alternative etabliert: Dabei trägt eine Brücke mit dem gesamten Zahnbogen auf lediglich vier strategisch platzierten Implantaten.

Das All-on-6-Verfahren bietet durch zwei zusätzliche Implantate etwas mehr Stabilität und wird vor allem im Oberkiefer bevorzugt. Die genaue Anzahl wird immer individuell durch eine dreidimensionale Röntgenaufnahme (DVT) und eine umfassende Anamnese bestimmt. Es gibt keine universelle Lösung – jeder Kiefer ist anders.

Zahnersatz in Raten zahlen: wie die Finanzierung funktioniert

Da die Krankenkassen in der Schweiz Zahnimplantate in den meisten Fällen nicht oder nur in Ausnahmefällen übernehmen, müssen Patientinnen und Patienten die Kosten oft vollständig selbst tragen. Um die finanzielle Belastung zu reduzieren, bieten viele Zahnarztpraxen und spezialisierte Zahnkliniken Ratenzahlungsoptionen an.

Gängige Finanzierungsmodelle umfassen zinsfreie Ratenpläne direkt über die Praxis, Zusammenarbeit mit Finanzierungspartnern wie Dentaurum Finance, Medipay oder ähnlichen Anbietern sowie persönliche Bankkredite. Wichtig ist, die Gesamtkosten einschliesslich allfälliger Zinsen genau zu vergleichen und sich schriftliche Angebote einzuholen. Manche Patientinnen und Patienten entscheiden sich auch für eine Behandlung im benachbarten Ausland, um Kosten zu sparen – dabei sollten jedoch Nachsorge, Qualitätsstandards und mögliche Folgekosten sorgfältig abgewogen werden.

Eine vollständige Zahnrestauration ist in der Schweiz eine bedeutende finanzielle Entscheidung. Wer sich gut informiert, mehrere Kostenvoranschläge einholt und verschiedene Finanzierungswege prüft, kann die Behandlung besser planen und langfristig von einem funktionalen und ästhetischen Ergebnis profitieren.